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In deutsche Zeitungen zu blicken kann immer wieder eine Herausforderung an den eigenen Glauben an die Vernunft des Menschen sein. Ein gutes Beispiel dafür ist der kürzlich in der Zeit erschienene Artikel „Reich, Weiss, Hetero und trotzdem Links.“ Die Autorin Victoria Libal, die sich bei Zeit Campus die Ehre gibt und dann auch noch von diesem ach so intellektuellen Blatt veröffentlicht wurde, scheint das kritiklose Hinnehmen einer Ideologie und den unbedingten Drang, eine von den Guten sein zu müssen, schon mit der Muttermilch aufgesogen zu haben.

Reich, Weiß, Hetero und völlig verblendet

In deutsche Zeitungen zu blicken kann immer wieder eine Herausforderung an den eigenen Glauben an die Vernunft des Menschen sein. Ein gutes Beispiel dafür ist der kürzlich in der Zeit erschienene Artikel „Reich, Weiss, Hetero und trotzdem Links.“ Die Autorin Victoria Libal, die sich bei Zeit Campus die Ehre gibt und dann auch noch von diesem ach so intellektuellen Blatt veröffentlicht wurde, scheint das kritiklose Hinnehmen einer Ideologie und den unbedingten Drang, eine von den Guten sein zu müssen, schon mit der Muttermilch aufgesogen zu haben.

Der Blödsinn liegt bereits im Titel. „Und trotzdem Links.“ Ja und? Ihre eigenen Eltern waren, das schreibt sie selbst weiter unten, Mitglieder in der SPD. Aber sie ist trotzdem, dass ihre Eltern links waren, auch links geworden. Viele große Linke gehörten zu der reicheren Schicht. Man nehme nur mal Friedrich Engels und heute dürfte dem ein oder anderen auch Dieter Dehm bekannt sein. Ganz zu schweigen davon, dass die Grünenwähler sich bekanntermaßen aus Besserverdienern zusammensetzen und die Professoren an deutschen Universitäten tendenziell auch eher links eingestellt sind. Aber sie ist ja trotz ihres Reichtums links.

Jetzt mal eine kurze Frage: Kann mir jemand spontan drei deutsche Linke aufzählen, die nicht weiß oder heterosexuell sind? Weiße und heterosexuelle bestimmt, da fallen spontan die Wagenknecht, der Lafontaine, der Gysi und noch viele weitere ein. Aber zum Glück ist Frau Libal, trotzdem dass das die Norm zu sein scheint, links.

Man kann also eigentlich anhand des Titels schon erahnen, dass wir es hier mit flachem Gutmenschen-Geschwafel (siehe dazu unseren Beitrag zu Gutmenschen) zu tun haben. Die Frau hat keine Ahnung, wovon sie redet, will aber zu den vermeintlich Guten, zu den Linken gehören. Das wird gleich im ersten Absatz deutlich, wo sie schreibt: „Geschlechtsneutrale Toiletten? Brauche ich nicht. Mindestlohn? Ich verdiene eh mehr. Für mich läuft es gut so wie es ist, aber genau deshalb lebe ich solidarisch.“
Wir lesen hier also den Artikel eines Wohlstandskindes (ihre Eltern sind nach eigener Aussage reich), das sich solidarisch für die weniger Glücklichen einsetzt. Das sich zufällig mit seinem biologischen Geschlecht identifiziert, was kein Zufall sondern normal ist, das eine gut bezahlte Arbeit hat und sogar privat im Alter vorsorgen kann. Wow. Und der einzige Grund, den diese Frau angeben kann, warum sie links und nicht etwa liberal, rechts oder konservativ ist, ist dass sie gut sein will. Das ist keine Übertreibung. Sie scheint wirklich zu glauben, dass die Linken wollen, dass es den weniger Glücklichen genauso gut geht wie den Glücklicheren und dass alle anderen die Armen lieber im Dreck liegen lassen würden. An dieser Stelle soll mal nicht aufgezählt werden, was die Linken alles in der Deutschen Geschichte kaputt gemacht haben, begonnen mit so glorreichen Ideen wie Hartz IV bis hin zu Kriegseinsätzen, Waffenexporten und dem massenhaften Einlass illegaler Einwanderer, um mal bei jüngeren Ereignissen zu bleiben.

Der Witz ist, dass sie selbst schreibt, dass der gesamte Bundestag links sei. Selbst die CDU, die sie als „Linke wider Willen“ bezeichnet. Mit anderen Worten: trotzdem, dass der Bundestag, ihrer Meinung nach, zu 100% linke Stimmen hat und natürlich gerade in der CDU viele reiche, weiße Heteros rumlaufen, ist sie links. Sie hat sich völlig gegen den Strom gewandt und trotzt allen gesellschaftlichen Normen.

Interessanterweise spricht sie sich dabei für einen starken Staat aus. Hm. Hier sei ihr mal nicht ganz bösartig unterstellt, sie sei Papas kleines Prinzesschen und habe als solches irgendein Laberfach mit Genderstudies als Zweitfach studiert, aber je mehr man ihren geistigen Abfall liest, desto stärker wird dieser Eindruck. Vor allem, da sie keine einzige Begründung dafür gibt, warum denn der Mindestlohn gut sei, wozu wir geschlechtsneutrale Toiletten bräuchten oder weshalb andere politische Richtungen, außer der Linken, das Wohl der Gesellschaft nicht heben können sollten. Natürlich soll Vater Staat alles richten, soll die Allgemeinheit alles zahlen, soll alles schön über Umverteilungen laufen und nicht durch ihr persönliches Engagement besser werden. Sie behauptet zwar, in Notunterkünften freiwillig zu helfen, aber bei den großen Fragen, ruft sie nach einer starken Hand, die alles für sie nach ihrem Bilde richtet. Und nein, das ist keine Übertreibung, sie selbst schreibt, nur der Staat könne IHRE Ideen für gesellschaftliche Veränderungen anstoßen. Sie weiß also bereits, dass sie nicht nur das Beste für alle will, sondern auch, was es ist.

Dieser Artikel ist an sich ein prima Beispiel dafür, wie junge Linke drauf sind: Rechts ist böse, Liberal egoistisch und Links ist gut. Egal, was die linke Ideologie beinhaltet, ob es Genderstudies, ein starker Staat mit immer mehr Steuern oder eine verkorkste Einwanderungspolitik ist, man nimmt es hin. Und man akzeptiert, dass es gut ist, weil es ja von den Linken kommt. Und darum ist man selbst gut und kann sich besser fühlen, sich aufwerten und das ganze dann noch großkotzig in einer Zeitung präsentieren, um der Welt zu zeigen: Victoria Libal, sie ist die Moral in Person und hat trotz all ihrer Privilegien den Pfad der Tugend gewählt. Sie verdient unser aller Bewunderung dafür.


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