Wo liegt die Wurzel allen Übels?

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Unter vielen Beiträgen auf dem Sapere Aude Kanal kommen immer wieder ähnliche Kommentare. Warum spreche ich nicht das Geldsystem an, wo das doch die Wurzel allen Übels sei? Warum komme ich nicht auf Hintergrundmächte zu sprechen? Warum dies, warum das, warum jenes. Und auch wenn ich zugeben muss, dass ich tatsächlich nicht die Weisheit mit Löffeln gefressen habe und auch nicht zu allen Themen erschöpfende Kenntnisse besitze, so werde ich an dieser Stelle mal eine kühne Aussage treffen: Nichts davon ist das eigentliche und grundlegende Problem. Es wäre schön, wenn Deutschland, das nun unbestreitbar nicht souverän ist, egal wie sehr man das auch versucht wegzudiskutieren, frei wäre, ja. Es wäre gut, hätten wir nicht das sogenannte Federal Reserve Geldsystem, sondern etwas vernünftigeres, ja. Es wäre gut, wenn der Genderwahn enden und die Feminsit-Unterstrich-innen endlich ihre Machtbasis verlieren würden, ja. Es wäre toll, wenn wir diesen Blödsinn von Toleranz und Bunt hinter uns lassen könnten, ja. Und mir ist klar, dass es noch eine Menge weiterer Baustellen gibt. Aber: Nichts von alledem wäre von Dauer. Wäre Deutschland morgen souverän (und könnte es sich nach Außen hin verteidigen), dann wären wir langfristig nicht besser dran. Denn das Problem ist ein anderes, grundlegenderes. Es ist die Tyrannei der Schwachen.

Wo liegt die Wurzel allen Übels?

Unter vielen Beiträgen auf dem Sapere Aude Kanal kommen immer wieder ähnliche Kommentare. Warum spreche ich nicht das Geldsystem an, wo das doch die Wurzel allen Übels sei? Warum komme ich nicht auf Hintergrundmächte zu sprechen? Warum dies, warum das, warum jenes. Und auch wenn ich zugeben muss, dass ich tatsächlich nicht die Weisheit mit Löffeln gefressen habe und auch nicht zu allen Themen erschöpfende Kenntnisse besitze, so werde ich an dieser Stelle mal eine kühne Aussage treffen: Nichts davon ist das eigentliche und grundlegende Problem. Es wäre schön, wenn Deutschland, das nun unbestreitbar nicht souverän ist, egal wie sehr man das auch versucht wegzudiskutieren, frei wäre, ja. Es wäre gut, hätten wir nicht das sogenannte Federal Reserve Geldsystem, sondern etwas vernünftigeres, ja. Es wäre gut, wenn der Genderwahn enden und die Feminsit-Unterstrich-innen endlich ihre Machtbasis verlieren würden, ja. Es wäre toll, wenn wir diesen Blödsinn von Toleranz und Bunt hinter uns lassen könnten, ja. Und mir ist klar, dass es noch eine Menge weiterer Baustellen gibt. Aber: Nichts von alledem wäre von Dauer. Wäre Deutschland morgen souverän (und könnte es sich nach Außen hin verteidigen), dann wären wir langfristig nicht besser dran. Denn das Problem ist ein anderes, grundlegenderes. Es ist die Tyrannei der Schwachen.

Damit dieser Beitrag nicht ausufert, werde ich viele Dinge nicht wiederholen, die ich bereits in den beiden vorangegangenen, nämlich "Sprache, Verfall, Manipulation und Kriegsführung" und "Macht und Moral" dargelegt habe. Ich bitte also darum, werter Leser, dass Sie sich die entsprechenden Artikel einmal zu Gemüte führen oder sich die Videos (https://youtu.be/9gZI4_Ao0co bzw. https://youtu.be/NpTOPjhF2eo) ansehen. Ich werde mich hier wahrscheinlich auf eine Art und Weise äußern, die dem einen oder anderen sauer aufstoßen könnte. Wieder gilt der Grundsatz: wenn Sie sich angesprochen fühlen, dann meine ich Sie auch. Wenn Sie sich ertappt fühlen, dann habe ich mein Ziel genauso erreicht, wie wenn Sie feststellen, dass Sie nun Ihr Umfeld und ein gewisses Unwohlsein im Umgang mit anderen besser verstehen können. Aber genug geschwafelt, kommen wir zum Thema.

Worum geht es mir hier? Darum dasjenige zu benennen, das jeglichem patriotischen, identitären, freiheitlichen oder, zusammengefasst, politsch nicht im linken Strom mitschwimmende entgegen steht, es letztlich behindert und immer wieder zurückschlagen wird, solange es nicht im allerersten Schritte in das Bewusstsein derjenigen gelangt, die die intellektuelle Vorarbeit im Kampfe um die Deutsche Freiheit, die Unabhängigkeit und von mir aus auch den Grundsatz, es solle am Deutschen Wesen gleich die ganze Welt genesen, leisten. Denn eines der größten Probleme, die daraus folgen, dass man nicht bis an die Wurzel geht, ist, dass der Burgfrieden nicht hergestellt werden kann. Grabenkämpfe in den eigenen Reihen entstehen dadurch, dass man sich nicht der gemeinsamen Grundlage, des gemeinsamen Ja-Sagens bewusst ist. Doch dieses Themas, was das gemeinsame Ja sein sollte, will ich mich ein andernmal annehmen. Hier soll es um das Nein gehen, also die Benennung dessen, was das gemeinsam zu überwindende Übel ist, gegen das man sich notfalls auch mit Kräften verbünden sollte, die wiederum andere Probleme mit sich bringen könnten. Um jedoch nicht zu weit vom Thema abzukommen, lassen wir auch die strategischen Überlegungen einmal beiseite und sehen wir uns an, was zu Verneinen wäre, damit man den Kern der geistigen Blockaden und des langrfristig Scheitern-müssens identifizieren kann.

Ich habe bereits geäußert, dass ich das letztendliche Problem, von dem vieles (aber nicht zwangsläufig alles) andere ausgeht und das immer wieder dazu führen wird, dass der Karren vor die Wand fährt, die Tyrannei der Schwachen ist. Was meine ich damit? Diese Frage kann man mit einem weiteren Begriff, der einiger Erklärung bedarf, beantworten: sie ist das ewige Mittelmaß, das immerwährende Bestreben dazu, die Menschen gleich zu machen. Wir sind aber nicht gleich. Es gibt nun einmal Starke und Schwache. Die Natur hat es aber eben so eingerichtet, dass die Letzteren stets in der Überzahl sind, was aber auch anders gar nicht möglich wäre. Stärke kann nun die verschiedensten Dinge heißen. Aber ob man damit Muskelkraft, Intellekt oder sonst etwas, das man zur Ausübung des eigenen Willens zur Macht nutzen kann, meint, sei einmal dahingestellt. Die Problematik besteht darin, dass die Sklavenmoral allgegenwärtig ist, dass wir uns alle nach ihr ausrichten und niemand es wagt, die tatsächlichen Alternativen zu denken. Eine Massendemokratie beispielsweise, wie sie in BR-Land herrscht, wäre auch in einem unabhängigen Deutschland verheerend.

Das Problem mit der Herrschaft der Schwachen über die Starken, also derjenigen, die alleine zu nichts in der Lage wären und stets davon abhängig sind, dass andere ihnen sagen, was sie zu tun haben, die nicht zum Führen sondern nur zum Folgen taugen, die keine eigenen Ideen hervorbringen und nur die der anderen wiederkäuen oder kurzum: der Herde, wie Nietzsche sie nennt, besteht darin, dass durch die Ausrichtung an ihren Bedürfnissen weder Fortschritt noch Freiheit in irgendeiner nennenswerten Form möglich sind, ja dass die gesamte Ausrichtung der Gesellschaft und aller Aspekte des Gemeinschaftlichen sich in der Befriedigung von kurzfristigen Bedürfnissen ausdrückt. Beispiele gibt es dafür genug. Warum sonst stimmen die Menschen für Parteien, die ihnen versprechen, diese oder jene Leistung zu erhöhen, sie vor den bösen Terroristen zu schützen, Arbeitsplätze künstlich zu schaffen, Flüchtlingen zu helfen und so einer moralischen Verpflichtung nachzukommen und so weiter und so fort? Ein persönliches Leid hinzunehmen in dem Bewusstsein, dass dadurch die Gesellschaft auf lange Sicht gewinnt, ist bei weitem nicht so attraktiv, wie eine Erhöhung der eigenen, leistungslos erworbenen Sozialzahlungen, durch die langfristig die Steuerlast für die Wertschöpfenden weiter steigen muss.

Andersherum ist das Fordern einer Einschränkung von Wohltaten, seien dies nun die Flüchtlingshilfen, die Sozialleistungen, Entwicklungshilfen oder was auch immer, weil auf diese Weise dem Volke auf lange Sicht, besonders im Bezug auf künftige Generationen, nur Schaden entstehen kann, politischer Selbstmord. Ja, es fühlt sich nicht einmal gut an, dies zu tun, wenn man selbst derjenige ist, der durch ihre Umsetzung verliert. Denn man hat ja ein Gewissen und ist anderen gegenüber verpflichtet, weshalb man gerne über die Hälfte seines Lohnes abgibt und dann noch knapp ein Fünftel auf fast alle Waren, die man erwirbt, pauschal draufzahlt. Von anderen Steuern und Abgaben mal ganz zu schweigen. Denn man will ja kein böser Rechter sein, der die Leiden der Schwachen nicht ernst nimmt. Dies führt zu solch unendlich intelligenten Ausgüssen wie derjenigen von Gregor Gysi, man müsse als Linker nicht arm sein, sondern lediglich gegen Armut. Daran, dass solche Aussagen ernst hervorgebracht und aufgenommen werden, sollte spätestens jeder, der sich des Unterschiedes zwischen den Menschen und ihrer Leistungsfähigkeit bewusst ist, merken, dass wir es mit reinem Wunschdenken zu tun haben.

Denn nichts anderes resultiert aus dem Diktat der Sklavenmoral: man redet sich ein, der Mensch sei nicht so, wie er eigentlich ist, er sei gleich und was weiß ich noch alles. Was auch immer der Starke hervorbringen könnte, dem begegnet man mit Abneigung, teils gar Hass. Denn der Schwache, egal wer er nun ist, wird niemals auf die Stufe der Starken gelangen können, egal wie sehr er versucht, seine Potentiale auszuschöpfen. Die Veranlagungen der Menschen sind nun einmal unterschiedlich. Dies führt dazu, dass der Schwache den Starken herunterzieht und sich selbst künstlich, durch das Mittel der Politik, heraufsetzt. Wir können dies einerseits anhand dessen ausmachen, wie viele Förderprogramme es für leistungsschwache im Gegensatz zu denjenigen für leistungsstarke oder hochbegabte Schüler gibt und andererseits erleben wir dies bei vielen gesellschaftlichen Programmen, wie beispielsweise im Zusammenhang mit dem Feminismus: Frauen sind Männern körperlich unterlegen? Dann setzt man die Anforderungen bei den Sportprüfungen der Polizei eben herab. Es gibt dahingehend viele weitere Beispiele, etwa die Umgestaltung des Schulsystems, Frauenquoten oder bevorzugte Behandlung bei Bewerbungen aufgrund des Geschlechtes. Eben weil Frauen natürliche Nachteile hinsichtlich der physischen Voraussetzungen mitbringen, von denen nicht zuletzt eine ist, dass sie nunmal Kinder zur Welt bringen und dadurch viele einige Zeit, manche sogar dauerhaft, aus dem Berufsleben ausscheiden oder nur noch in Teilzeit zu arbeiten bereit sind, mehr Krankschreibungen in Anspruch nehmen usw., ist eine Gleichheit nichts anderes als Realitätsverleugnung. Aber das darf natürlich nicht berücksichtigt werden, denn die Gleichheit ist es immerhin, die zwischen den Geschlechtern bestehen soll, ja muss und deswegen all unser Handeln zu leiten hat.

Dieses Verhalten, den Schwachen, wer auch immer er sein möge, auf die Stufe des Starken erheben zu wollen, ist schädlich. Denn man erreicht dies nur dadurch, dass man den Starken behindert oder ihn seiner Mittel beraubt, mittels der er zur Größe gelangen kann. Kurzfristig mag dies, die Umverteilung der Ressourcen von demjenigen, der viele erlangen und vermehren kann, zu demjenigen, der sie nur zum Erhalt seines eigenen Daseins verbraucht, ohne einen nennenswerten Mehrwert zu erzeugen, als etwas Gutes, Erstrebenswertes, ja gar Edles erscheinen, da so diejenigen, "die es sich leisten können" denjenigen helfen, die nicht für sich selbst zu sorgen in der Lage sind. Doch was sind die langfristigen Konsequenzen? Auch die Betrachtung dieses Umstandes führte an dieser Stelle zu weit, allerdings kann man so viel sagen: die Behinderung des Starken und die Förderung des Schwachen sorgt dafür, dass Stärke an sich im Verhältnis zur Schwäche untergeht. Es ist natürlich, dass es in einer Herde, einem Rudel oder was auch immer und eben auch einer menschlichen Gesellschaft viele gibt, die nur folgen und nicht die Möglichkeit haben, jemals die Leitung zu übernehmen, während nur wenige das Potential dazu haben. Diese wenigen sind es jedoch, deren Zahl immer weiter abnimmt und da hilft weder die sogenannte Brechung der Zinsknechtschaft, wie sie die einen, noch der Friedensvertrag oder die Souveränität Deutschlands, wie sie die anderen wolllen, in irgendeiner Weise weiter, wenn nicht das Bewusstsein für dieses Problem und dessen Behebung ein angestrebtes Ziel darstellt.

Was also ist es, wozu ich hier anregen möchte? Der Gedankengang, der mir bei vielen fehlt, dieser radikale Schritt, der meiner Meinung nach notwendig ist um eine tatsächliche Alternative, die nicht nur kurzfristig den Fall abbremst, sondern wieder einen Aufstieg zu ermöglichen, lautet wie folgt: Sagen Sie Nein zur Sklavenmoral. Lehnen Sie jegliche Argumentation aus Schwäche ab, widersprechen Sie der Gleichheit, richten Sie sich gegen alles, was die Entfaltung des Potentials beschränkt, das in irgendeiner Weise unser Volk befördern könnte. Zumindest erstmal gedanklich. Lassen Sie dies zu, dann werden Sie merken, dass das erste, was getan werden muss, der Aufbau einer gemeinsamen Basis ist, deren ersten, wiederum gedanklichen Schritt ich im nächsten Beitrag behandeln möchte. Lösen Sie sich so weit von den Dogmen und Vorstellungen, die Ihnen eingeimpft wurden, dass Sie den Blick auf das Ganze richten und das zugrundeliegende Problem sehen können: dass egal, was wir erreichen, die Herrschaft des Schwachen in unserer Moral, in unserer Geisteswelt, immer wieder zu einer Knebelung unserer Fertigkeiten und unserer möglichen Größe führen wird. Dass wir auf diese Weise immer in Scheinwelten denken müssen, dass wir unsere Argumente nur kurzfristig aufbauen können und jede Politik nur einer Utopie nachhängt, ohne zu merken, dass sie alles auf einem Nicht-Ort aufbauen.

Ich richte mich mit diesen Worten natürlich nicht an die Masse von Menschen. Das bringt nichts. Sich nur auf seinen Vorteil oder sein Gewissen, das einer sklavischen Vorstellung von "Gut" anhängt, zu beziehen, ist leider etwas, das wir aus dem Kopfe der Menge nicht sinnvoll herauskriegen können. Die Arbeit dahingehend muss völlig anders angegangen werden und mit einem anderen Ton daherkommen. Doch dieses Thema beschrieb ich bereits im Beitrag zum Krieg um die Hoheit über die Sprache, denn es lässt sich genauso auf die Moralität übertragen. Ich richte mich hier an Sie, werter Leser, in der Hoffnung, dass Sie jemand sind, der diese Gedanken zu denken wagt und daraus seine Schlussfolgerungen ziehen kann. Und ich tue dies in dem Bewusstsein, dass manch einer mir sonst etwas vorwerfen, mich für ein garstiges Wesen halten wird, dass ich mir an dieser Stelle manch einen Feind machen werde.

Nun habe ich Sie also aufgefordert, Nein zu sagen. Die Sklavenmoral, das Ressentiment, zurückzuweisen und einen Schritt zurück zu machen um mehr ins Auge fassen zu können, als dieses eine Thema, das Geldsystem, die Souveränität, die Wahrheit über irgendein Ereignis usf. das Ihnen so wichtig und der Schlüssel zu allem Übel erschien. Doch was ist es, was Sie damit alles verneinen müssten? Zum Beispiel das allgemeine Wahlrecht, denn ein Haufen politisch Ungebildeter und Desinteressierter, die leider auch unter denjenigen zu finden sind, die ein großes Potential in dieser Hinsicht aufweisen könnten, wird stets diejenigen überstimmen können, die die unangenehme Wahrheit akzeptieren und an dieser ihre Handlungen ausrichten, vor allem dann, wenn er durch einen Demagogen zu seinem kurzfristigen, vielleicht gar hedonistischen Vorteil hin geleitet wird. Oder die Vertretung von sogenannter Sozialpolitik, die Menschen erlaubt, leistungslos Mittel zu beziehen und sich zu vermehren und das auf Kosten anderer. Ja, sogar die Allgemeinheit von Rechten, wie etwa die Menschenrechte, das Selbstbestimmungsrecht oder die Ächtung des Krieges. Wagen Sie es, all diese Dinge in Frage zu stellen, sich von Ihren moralischen Vorurteilen und Prägungen zu lösen und einen neuen Blick darauf zu werfen? Wagen Sie es, im Interesse des Volkes oder gar der Menschheit zu denken und nicht im Interesse des Einzelnen, dessen Schicksal und Leiden im Laufe der Geschichte keine Rolle spielt? Wirklich? Und ich meine nicht, diese Gedanken zuzulassen und wieder zu verwerfen. Ich meine nicht, in diesen Abgrund lediglich hineinzublicken, nein, ich meine, in ihn herabzusteigen und zu sehen, was sich am Grunde befindet, auf dem wir alles aufbauen und die Fundamente der heutigen Zivilisation in Frage zu stellen, die nicht zufällig so brüchig sind. Sind Sie tatsächlich bereit, mir über diesen Gedanken, die Verneinung, hinaus zu folgen und die Bejahung dessen, was man im Abgrund des menschlichen Seins findet, ebenso zu durchdenken und, so Sie das Wunschdenken, das Ideal des "anderen, besseren Menschen" hinter sich lassen können, es auch für sich anzunehmen? Doch was es ist, das zu bejahen wäre, werden wir erst im nächsten Beitrag besprechen.

Noch einmal zur Erinnerung: dies ist lediglich ein Denkanstoß um von der Sklavenmoral wegzukommen, die definitiv überwunden werden muss, damit irgendeine Verbesserung der Umstände oder der eigenen Position von Dauer sein kann. Der erste Schritt ist dabei die Ablehnung, das Nein zur Tyrannei der Schwachen. Der zweite, den wir das nächste mal angehen wollen, wird die dagegenstehende Bejahung sein. Und um diesen Beitrag abzurunden, möchte ich noch einen Ausschnitt aus Nietzsches "Zur Genealogie der Moral" zitieren. Nämlich den Abschnitt 14 der ersten Abhandlung, der einen Dialog darstellt:

— Will Jemand ein wenig in das Geheimniss hinab und hinunter sehn, wie man auf Erden Ideale fabrizirt? Wer hat den Muth dazu?… Wohlan! Hier ist der Blick offen in diese dunkle Werkstätte. Warten Sie noch einen Augenblick, mein Herr Vorwitz und Wagehals: Ihr Auge muss sich erst an dieses falsche schillernde Licht gewöhnen… So! Genug! Reden Sie jetzt! Was geht da unten vor? Sprechen Sie aus, was Sie sehen, Mann der gefährlichsten Neugierde — jetzt bin ich der, welcher zuhört. —

— „Ich sehe Nichts, ich höre um so mehr. Es ist ein vorsichtiges tückisches leises Munkeln und Zusammenflüstern aus allen Ecken und Winkeln. Es scheint mir, dass man lügt; eine zuckrige Milde klebt an jedem Klange. Die Schwäche soll zum Verdienste umgelogen werden, es ist kein Zweifel — es steht damit so, wie Sie es sagten.“ —

— Weiter!

— „und die Ohnmacht, die nicht vergilt, zur „Güte“; die ängstliche Niedrigkeit zur „Demuth“; die Unterwerfung vor Denen, die man hasst, zum „Gehorsam“ (nämlich gegen Einen, von dem sie sagen, er befehle diese Unterwerfung, — sie heissen ihn Gott). Das Unoffensive des Schwachen, die Feigheit selbst, an der er reich ist, sein An-der-Thür-stehn, sein unvermeidliches Warten-müssen kommt hier zu guten Namen, als „Geduld“, es heisst auch wohl die Tugend; das Sich-nicht-rächen-Können heisst Sich-nicht-rächen-Wollen, vielleicht selbst Verzeihung („denn sie wissen nicht, was sie thun — wir allein wissen es, was sie thun!“). Auch redet man von der „Liebe zu seinen Feinden“ — und schwitzt dabei.“

— Weiter!

— „Sie sind elend, es ist kein Zweifel, alle diese Munkler und Winkel-Falschmünzer, ob sie schon warm bei einander hocken — aber sie sagen mir, ihr Elend sei eine Auswahl und Auszeichnung Gottes, man prügele die Hunde, die man am liebsten habe; vielleicht sei dies Elend auch eine Vorbereitung, eine Prüfung, eine Schulung, vielleicht sei es noch mehr — Etwas, das einst ausgeglichen und mit ungeheuren Zinsen in Gold, nein! In Glück ausgezahlt werde. Das heissen sie „die Seligkeit.“

— Weiter!

— „Jetzt geben sie mir zu verstehen, dass sie nicht nur besser seien als die Mächtigen, die Herrn der Erde, deren Speichel sie lecken müssen (nicht aus Furcht, ganz und gar nicht aus Furcht! sondern weil es Gott gebietet, alle Obrigkeit zu ehren) — dass sie nicht nur besser seien, sondern es auch „besser hätten“, jedenfalls einmal besser haben würden. Aber genug! genug! Ich halte es nicht mehr aus. Schlechte Luft! Schlechte Luft! Diese Werkstätte, wo man Ideale fabrizirt — mich dünkt, sie stinkt vor lauter Lügen.“

— Nein! Noch einen Augenblick! Sie sagten noch nichts von dem Meisterstücke dieser Schwarzkünstler, welche Weiss, Milch und Unschuld aus jedem Schwarz herstellen: — haben Sie nicht bemerkt, was ihre Vollendung im Raffinement ist, ihr kühnster, feinster, geistreichster, lügenreichster Artisten-Griff? Geben Sie Acht! Diese Kellerthiere voll Rache und Hass — was machen sie doch gerade aus Rache und Hass? Hörten Sie je diese Worte? Würden Sie ahnen, wenn Sie nur ihren Worten trauten, dass Sie unter lauter Menschen des Ressentiment sind?…

— „Ich verstehe, ich mache nochmals die Ohren auf (ach! ach! ach! und die Nase zu). Jetzt höre ich erst, was sie so oft schon sagten: „Wir Guten — wir sind die Gerechten“ — was sie verlangen, das heissen sie nicht Vergeltung, sondern „den Triumph der Gerechtigkeit“; was sie hassen, das ist nicht ihr Feind, nein! sie hassen das „Unrecht“, die „Gottlosigkeit“; was sie glauben und hoffen, ist nicht die Hoffnung auf Rache, die Trunkenheit der süssen Rache (— „süsser als Honig“ nannte sie schon Homer), sondern der Sieg Gottes, des gerechten Gottes über die Gottlosen; was ihnen zu lieben auf Erden übrig bleibt, sind nicht ihre Brüder im Hasse, sondern ihre „Brüder in der Liebe“, wie sie sagen, alle Guten und Gerechten auf der Erde.“

— Und wie nennen sie das, was ihnen als Trost wider alle Leiden des Lebens dient — ihre Phantasmagorie der vorweggenommenen zukünftigen Seligkeit?

— „Wie? Höre ich recht? Sie heissen das „das jüngste Gericht“, das Kommen ihres Reichs, des „Reichs Gottes“ — einstweilen aber leben sie „im Glauben“, „in der Liebe“, „in der Hoffnung.“

— Genug! Genug!

Auch wenn dieser Text eine Menge Bezug zum Glauben hat, können wir vieles daraus auch für unsere Situation ableiten, in der der Glaube an Gott nicht mehr die große Rolle spielt, doch viele Lehren des Christentums, vermengt mit denen der Gleichheit aller Menschen, dies tun: Es ist die sklavische Unterwerfung unter Dogmen, unter ein Reich, das irgendwann kommen möge, unter eine Utopie, ein Idealbild der Gesellschaft, den Weltfrieden oder was auch immer die es abzulehnen gilt, die zu verneinen ist, wenn man nicht nur über den Tellerrand hinausblicken, sondern den Tisch und das Esszimmer ganz verlassen will.


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