Warum wir weniger Toleranz brauchen

SapereAudeBlog

Der Begriff Toleranz kann ins Deutsche mit „Duldsamkeit“ oder „der Fähigkeit etwas zu ertragen“ übersetzt werden. Wenn man auf der Seite des Dudens nun das Wort „Toleranz“ eingibt findet man dort solche Synonyme wie Aufgeklärtheit, Aufgeschlossenheit, Großmut, Liberalität, Menschlichkeit, Verständnis, Vorurteilsfreiheit und Humanität. Auf welchen Propagandazug sind die Leute beim Duden denn nun aufgesprungen? Duldsamkeit ist also Liberalität? Warum haben wir dann zwei verschiedene Worte dafür? Richtig: weils Blödsinn ist und auch der Duden auf den Zug der Toleranzpropaganda aufsteigt. Im Folgenden soll nun zunächst dargelegt werden, was Toleranz tatsächlich ist, wer unter welchen Umständen tolerant sein kann und warum der Begriff falsch verwendet wird. Zuletzt will ich dann dazu auffordern, den Mut zur Intoleranz aufzubringen und dazu auch zu stehen.

Warum wir weniger Toleranz brauchen

Der Begriff Toleranz kann ins Deutsche mit „Duldsamkeit“ oder „der Fähigkeit etwas zu ertragen“ übersetzt werden. Wenn man auf der Seite des Dudens nun das Wort „Toleranz“ eingibt findet man dort solche Synonyme wie Aufgeklärtheit, Aufgeschlossenheit, Großmut, Liberalität, Menschlichkeit, Verständnis, Vorurteilsfreiheit und Humanität. Auf welchen Propagandazug sind die Leute beim Duden denn nun aufgesprungen? Duldsamkeit ist also Liberalität? Warum haben wir dann zwei verschiedene Worte dafür? Richtig: weils Blödsinn ist und auch der Duden auf den Zug der Toleranzpropaganda aufsteigt. Im Folgenden soll nun zunächst dargelegt werden, was Toleranz tatsächlich ist, wer unter welchen Umständen tolerant sein kann und warum der Begriff falsch verwendet wird. Zuletzt will ich dann dazu auffordern, den Mut zur Intoleranz aufzubringen und dazu auch zu stehen.

Das Verb „tolerieren“ können wir nun also entweder mit „dulden“ oder „ertragen“ übersetzen. Das alleine ist schon ein Problem, da unsere Deutsche Sprache an dieser Stelle differenzierter ist, als das Lateinische aus dem der Begriff entlehnt wurde. Deswegen wollen wir kurz eine Unterscheidung zwischen beiden treffen und dann entsprechend sagen, in welchen Kontexten „tolerieren“ das angebrachte Wort ist, das als eine Art Oberbegriff fungiert. Etwas dulden kann man nur aus einer Position der Macht heraus. Nehmen wir als Beispiel das Verhältnis zwischen Eltern und Kindern: Die Eltern können durchaus dulden, dass die Kinder nach ihrer Bettzeit das Nachtlicht einschalten und ein paar Seiten in einem Buch lesen, obwohl sie ja schlafen sollten. Bei den Kindern vom Dulden der Schlafenszeit zu reden ist jedoch fehl am Platze. Auf politischer Ebene ist es so, dass die BRD beispielsweise manch einen Ausländer ohne Aufenthaltstitel duldet, das heißt ihn nicht abschiebt. Im Krieg kann ein neutrales Land dulden, dass die Luftwaffe einer Kriegspartei über den Luftraum des Landes fliegt, obwohl es dazu nie formell berechtigt wurde, es hätte aber durchaus auch die Möglichkeit, dagegen vorzugehen. Soviel also zum Dulden. Ertragen ist ebenso einfach zu erklären. Man erträgt, was einem unangenehm ist, so man sich dabei zusammenreißen kann. Wird zum Beispiel ein Schmerz zu groß und man hält ihn nicht mehr aus, man windet und schlägt um sich, dann sagt man, dass man ihn nicht mehr erträgt.

Etwas tolerieren heißt nun also, entweder etwas zu dulden oder zu ertragen. Das heißt, man nimmt entweder etwas hin, das man zwar ändern könnte und das obwohl es nicht zu dem gehört, was man als richtig, angebracht oder ähnliches empfindet, aber aufgrund einer Nachsichtigkeit nicht ändert oder man akzeptiert etwas unangenehmes, das man eigentlich lieber nicht um sich haben möchte, aber aus irgendwelchen Gründen hinnimmt. Merken Sie etwas? Das, was man toleriert, ist stets etwas Negatives. Damit man etwas tolerieren kann, muss man dagegen erst einmal eine Abneigung, welcher Form und welcher Stärke auch immer haben. Wer Nachbarn hat, die gerne mal laut sind und nicht jedes mal gleich bei ihnen klingelt oder gar die Polizei ruft, der toleriert diese, weil sie ihm zwar unangenehm sind, er jedoch nicht gegen sie vorgeht. Das lässt doch viele Aussagen in einem ganz anderen Licht erscheinen, oder? Wenn Ihnen ein Mensch sagt, er toleriere beispielsweise Homosexuelle, dann sagt er damit zumindest, dass er das, was sie tun, wie sie leben, in gewisser Form unangenehm findet und eigentlich so nicht haben will. Wem schlicht egal ist, wie andere ihre Sexualität ausleben, solange sie ihn dabei nicht stören, der ist weder tolerant noch intolerant, er ist der Sache gegenüber neutral. Und so kann man es bei allem machen, wo von uns Toleranz gefordert wird: ob nun Religiöse Minderheiten, Illegale Einwanderer (auch „Flüchtlinge“ genannt) oder Leute die uns von Gender Mainstreaming erzählen. Fragen Sie sich immer erst einmal, ob Sie auch etwas gegen diese Leute haben, bevor Sie sagen, dass Sie ihnen gegenüber tolerant wären. Und fragen Sie auch gerne Ihr Gegenüber, was er oder sie denn gegen sie hat, wenn er meint, er sei „tolerant.“ Damit kriegt man manch einen ins Straucheln.

„Tolerieren“ heißt also „dulden“ oder „ertragen“ und kann dementsprechend nur auf etwas gerichtet werden, das man dulden oder ertragen kann, was also in irgendeiner Form Unbehagen auslöst. Es sollte mehr als deutlich sein, dass der Begriff viel zu inflationär und oft auch völlig falsch verwendet wird. Oder der Linke, der die Schwulen toleriert, ist tatsächlich jemand, der sie eigentlich nicht leiden kann, vielleicht sogar in gewisser Weise hasst, aber sein Gutmenschentum darstellen will. Interessant. Wie aber bereits gesagt, will ich eigentlich Sie, werter Leser, zur Intoleranz auffordern. Und zwar zur konsequenten und klar ausgedrückten Intoleranz. Lassen Sie mich dafür ein paar Ausführungen machen, die aufzeigen sollen, wozu Toleranz führen kann und auf lange Sicht auch wird.

Jemandem Privilegien, die man ihm einmal zugestanden hat, wieder wegzunehmen, ist schwierig und führt häufig zu Konflikten. Wir müssen dafür gar nicht in das sogenannte Völkergewohnheitsrecht gehen, das sagt, dass Dinge, die ein Staat ohne Protest anderer Staaten (also unter ihrer Toleranz) bereits getan hat, wieder tun darf. Diese Art von „Gewohnheitsrecht“ oder so etwas ähnliches finden wir überall. Lässt der Lehrer seine Schüler im Unterricht Wochenlang mit dem Handy spielen und fängt dann an, diese einzusammeln, wenn er jemanden dabei erwischt, empfinden die Schüler dies als ungerecht. Vorher war es doch auch in Ordnung. Toleriert man etwas, also nimmt man es wahr und lässt den anderen gewähren, dann teilt man ihm in gewisser Weise mit, dass man es für in Ordnung befindet. Lässt ein Vater sein Kind einmal einen Tag eine halbe Stunde länger auf bleiben als die eigentliche Schlafenszeit vorgibt, weil es besondere Umstände gibt, ist das etwas anderes, so dem Kind bewusst ist, dass es sich um eine Ausnahme handelt. Schlampig mit der Zeit umzugehen und eine halbe Stunde Überhang zu tolerieren, sorgt dafür, dass sich das Kind an den Spielraum gewöhnt. Was lernen wir daraus? Toleranz an Stellen, an denen es unangebracht ist, führt dazu, dass derjenige, gegen den sich die Toleranz richtet, sich an diese gewöhnt. Er meint dann, irgendein Recht innezuhaben, das aus seiner Gewohnheit stammt. Ob das nun im Beispiel der Fall sein mag oder ob sie dort angebracht wäre, soll jeder für sich entscheiden. Es sollte jedoch die Idee klarmachen. Der Kern des Problems ist derselbe wie bei der sogenannten Salamitaktik. Bei dieser wird ein Ziel in kleinen Abschnitten angestrebt. Hat man ein Etappenziel erreicht und sich niemand beschwert, nimmt man das nächste in Angriff. So muss man, wenn das Gesamtziel gewiss auf viel Widerstand stieße, nie sich mit viel Widerspruch auseinandersetzen, da man ja nur kleine Änderungen anstrebt, die kaum jemanden groß in seinen Rechten oder ähnlichem beschneiden. Toleranz ist für Leute, die diese Vorgehensweise nutzen, eine willkommene Form der Ignoranz.

Wer schon einmal eine sogenannte „Gay Pride Parade“ gesehen hat, wird bei der Teilweise sehr schamlos öffentlich zur Schau gestellten Sexualität nicht umhinkommen, Unbehagen zu empfinden. Ich meine hier die extremen Fälle, in denen praktisch nackte Männer durch die Straßen rennen oder riesige Phallusmodelle umhertragen. Auf der einen Seite dürfen minderjährige keine Erotikmagazine, weder hetero- noch homosexuelle, oder pornographische Filme kaufen, auf der anderen dürfen aber Menschen in der Öffentlichkeit diese Dinge überdeutlich zur Schau stellen. Und kommen Sie mir jetzt bitte nicht damit, dass das im Internet eh alles zugängig ist. Das ist dasselbe Problem. Es ist nämlich nicht so, dass die Schwulen gestern noch unterdrückt und mit Hormonen behandelt wurden und heute solche Paraden fahren. Nein. Der Prozess war schleichend und so ist es mit vielen Dingen. Man lässt einige Dinge sehenden Auges zu, man toleriert sie, dann wird ausgetestet, wo die Grenze liegt. Stößt man auf keine, so schreitet man weiter voran. Wird versucht, die Grenze weiter vorne zu ziehen, bei etwas, das bereits toleriert wurde, dann wird dies als ungerecht empfunden und entsprechend reagiert. Wäre der Vergleich nicht beleidigend, könnte man es analog zum Verhalten eines kleinen Kindes betrachten. Ach, was solls, machen wir es einfach. Es geht ja nicht zuvörderst um die Schwulen, die bei ihren Paraden übertreiben, sondern um die Toleranz an sich: gibt man dem Kind keine Grenzen, sucht es sich welche. Irgendwann kommen diese schon, so denkt das Kind. Antiautoritäre Erziehung lässt grüßen, denn diese erleben wir in mancherlei Bereichen, gerade auch bei der Einwanderungs- und Integrationspolitik, derzeit in der BRD.

Daraus sollte man nun schlussfolgern können, dass Toleranz ein Problem ist, wenn Grenzen überschritten werden, die man nicht kampflos aufgeben will. Innerhalb der Grenzen kann man sehr wohl tolerant bleiben, aber was darüber hinausgeht, sollte man anklagen. Man sollte es nicht ertragen wollen, man sollte es nicht dulden. Hier ist Intoleranz angebracht. Es ist also eine Frage der persönlichen Einstellung, wann man die Toleranz aufgeben sollte. Wann also etwas nicht nur unangenehm ist, man aber damit leben kann, weil es einen selbst nicht in einer Weise einschränkt, die man als zu schlimm empfindet. Nehmen wir das Beispiel des Kopftuches im Mohammedanismus. Ist die Hinnahme der Verschleierung, in welcher Form auch immer, etwas das unsere Toleranz verlangt? Jetzt muss jeder von Ihnen entscheiden, ob er ideologisch einer vorgeblichen Selbstbestimmung in der Kleidungswahl anhängen möchte, obwohl es hierbei um einen Zwang geht. Wenn Sie nicht blind diesem folgen wollen, könnten Sie beispielsweise die folgende Überlegung anstellen: es mag zwar richtig sein, dass jeder tragen dürfen sollte, was er will, doch haben wir gewisse deutsche Traditionen. In Deutschland ist die Frau frei wie der Mann, darf also selbstbestimmt leben. Geht sie freiwillig in ein Kloster, dann trägt sie die dort vorgeschriebene Kleidung freiwillig und ist auch freiwillig keusch. Würde sie jedoch geboren und gleich in ein Kloster gesteckt, dort aufgezogen und von Anfang an als Nonne ausersehen in dieses Leben gezwungen werden, so empfänden wir dies als Einschränkung ihrer Freiheit. Man bedenke hier, dass es auch eine Form des Zwanges ist, wenn der Frau von Klein an immer wieder von Autoritätspersonen eine „Wahrheit“ und ein „richtiger“ Lebensweg vorgepredigt werden. Dies findet jedoch in der Regel bei Nonnen in unserem Land nicht statt, dafür ist es aber das, was Frauen mohammedanischer Familien hier oft durchleben. Dadurch wird das Kopftuch wie jede andere Form der Verschleierung dieser Religion zu etwas anderem als einer Modeentscheidung oder einem Symbol des Glaubens. Es wird ein Mittel des Zwangs gegen diese Frauen. Dann könnte die Überlegung weiter lauten, dass man in den privaten Raum eines Menschen nicht eingreifen sollte, durchaus aber in den öffentlichen. Ein Verbot für Kopfbedeckungen (und ja, auch Mützen fallen darunter) in öffentlichen Gebäuden, wäre dann zum Beispiel ein legitimer Schritt. Warum? Zum einen, weil es Tradition ist, im geschlossenen Raum keine Kopfbedeckung zu tragen, auch wenn dies in den letzten Jahren mehr und mehr toleriert wurde, zum anderen weil man so zumindest in dem Bereich einen Zwang abschafft, der der Öffentlichkeit tatsächlich obliegt. Aber dies war nur eine beispielhafte und angerissene Überlegung, die aufzeigen sollte, wie man zur Intoleranz gelangen kann.

Meine Aufforderung an Sie, werter Leser, ist nun also folgende: Machen Sie sich differenzierte Gedanken über ein Problem, bevor Sie Ihre Toleranz aussprechen. Stört es Sie überhaupt? Und wenn ja, wollen Sie wirklich eine Grenze kampflos aufgeben? Lautet die Antwort auf die zweite Frage Nein, dann seien Sie intolerant. Stehen Sie dazu und begründen Sie Ihre Intoleranz. Denn nur wenn Sie zu differenzieren in der Lage sind und nicht einfach alles ertragen, also tolerieren, was Ihnen im Leben begegnet, sind Sie überhaupt in der Lage, zu verschiedenen Themen vernünftig Position beziehen zu können. Mehr Toleranz heißt immer, weniger persönliche Grenzen und damit auch eine weniger feste Position zu haben. Weiterhin ist man dann, gerade wenn man dazu aufgerufen wird, mehr zu tolerieren, anfälliger für Salamitaktiken. Seien Sie demjenigen gegenüber tolerant, von dem Sie glauben, dass es der Gemeinschaft nicht schadet, aber demjenigen gegenüber intolerant, was Sie nicht gutheißen können.


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